Forschungsschwerpunkte:

Der Schutz, Instandsetzung und Erhaltung historischer Bausubstanz sowie die Beurteilung der Dauerhaftigkeit unterschiedlicher Baumaterialien sind wesentlichen Forschungsschwerpunkte des ibac. Die Tätigkeit auf diesen Gebieten wird durch die jahrzehentelange Erfahrung im Bereich der Bauwerksuntersuchungen und der zerstörungsfreien Prüftechnik ergänzt.

Naturstein

Eine Tradition des ibac´s ist seit den 1970er Jahren die Erforschung zu baustofflichen Fragestellungen der Natursteininstandsetzung und der Instandsetzung von historischem Mauerwerk.

Bestands- und Schadenerfassungen werden mit spezifisch an die jeweilige Projektsituation angepassten Materialuntersuchungen begleitet. Fragestellungen zur Materialzusammensetzung historischer Mörtel, zum qualitativen und quantitativen Salzgehalt werden beantwortet und mechanische und hygrische Materialkennwerten ermittelt. Vielfältige Erfahrungen liegen in der Entwicklung und Optimierung von Verfug- und Hinterfüllmörtel sowie auch von Steinergänzungsstoffe vor. Dabei werden insbesondere die optischen, hygrischen und mechanischen Eigenschaften an die historischen Baumaterialien angepasst. Ein Schwerpunkt des Arbeitsgebiets stellt die Erforschung des Materialverhaltens in Abhängigkeit dynamischer Verwitterungsprozesse dar. Das ibac ist darüber hinaus an vielfältigen Monitoringprogramme zur Dauerhaftigkeitsuntersuchungen baubegleitend tätig, meist mit zerstörungsfreier Prüfung.

Ein weiterer großer Forschungsschwerpunkt ist die zerstörungsfreie Ermittlung von Feuchtetiefenprofilen mittels Kernmagnetresonanzverfahrens (einseitige NMR). Mit diesem Verfahren ist es möglich den Feuchtegehalt einer Gesteinsschichtung in bis zu 10 µm Schritten zu bestimmen. Aktuell wird mittels NMR das Eindringverhalten von Alt-Hydrophobierungen untersucht.

Die Zusammenarbeit mit weiteren Instituten der RWTH, beispielsweise dem geologischen Institut, ermöglichen eine interdisziplinäre Forschung.

Schutz mit Textilbeton

 

Textilbeton ist ein Hochleistungswerkstoff bestehend aus Beton oder Mörtel und technischen Textilien (z. B. aus AR-Glas- oder Carbon-Faser), die anstelle der üblichen Stahlbewehrung zur Aufnahme von Zugkräften eingesetzt werden. Zu den vielen Vorteilen zählen unter anderen geringe Schichtdicken (ab 20 mm), ein geringes Gewicht, die hohe Belastbarkeit und die Korrosionsbeständigkeit der Bewehrung.

Insbesondere bei der Instandsetzung bzw. Verstärkung von denkmalgeschützten Beton- und Stahlbetonbauwerken, bei denen das Erscheinungsbild nicht verändert werden darf, die Maßnahme aber nachhaltig sein soll, ist der Einsatz von textilbewehrten Schutzschichten interessant. Dabei besitzt Textilbeton neben einer geringen Schichtdicke den Vorteil, dass eine Vielzahl mineralischer Sanierungsvarianten möglich ist und so die Kompatibilität der Materialien gewährleistet. Durch die Aufnahme der Verformungen kann eine Reduzierung der Nutzungsdauer ausgeschlossen werden.